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Handreichung "Hilfe bei Flugunfällen" + "Einsatzstellen mit Faserverbundstoffen"

Begonnen von Martin, 27. Februar 2026, 14:26 Uhr

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Martin

 

Handreichungen für zivil-militärische Einsatzlagen

Hilfe bei Flugunfällen

Die 168 Seiten starke Broschüre ,,Hilfe bei Flugunfällen" ist durch den General Flugsicherheit in der Bundeswehr herausgegeben worden. Die Handreichung gibt Hinweise auf Luftfahrzeuge der Bundeswehr und regelmäßig auf Flugplätzen der Bundeswehr verkehrende Luftfahrzeuge wie Rettungshubschrauber. Die Inhalte reichen von Sofortmaßnahmen etwa zum Befreien von Flugzeuginsassen über den Umgang mit Munition und Schleudersitz bis hin zur Identifikation von Flugdatenschreibern.

Die Publikation ist HIER herunterladbar:
Externer Link feuerwehverband.de - Hilfe bei Flugunfällen

Als Printexemplar kann die Broschüre kostenlos per Mail an LufABwGenFlSichhBwRedaktion[at]bundeswehr.org  bestellt werden. Es wird gebeten, möglichst Sammelbestellungen auszulösen (keine Einzelexemplare).


Einsatzstellen mit Faserverbundstoffen

Für die Feuerwehr ist der Einsatz bzw. das Auftreten von Faserverbundwerkstoffen (z. B. CFK, GFK) gefährlich, weil sie sich im Brandfall ganz anders verhalten als klassische Baustoffe. Die wichtigsten Gründe:

1. Giftige Rauchgase
Faserverbundwerkstoffe bestehen aus Fasern + Kunstharz (Matrix).
Beim Verbrennen entstehen hochgefährliche Gase, z. B.:
Kohlenmonoxid (CO), Blausäure (HCN) – besonders bei CFK reizende und krebserregende Zersetzungsprodukte.
Bereits kleine Mengen können für Einsatzkräfte lebensgefährlich sein.

2. Freisetzung feiner Fasern
Bei Hitze oder mechanischer Zerstörung:
lösen sich mikroskopisch kleine Carbon- oder Glasfasern, diese sind lungengängig, leitfähig (CFK!) und schwer sichtbar.
Gefahr für Atemwege, Augen, Haut und später auch für elektrische Anlagen.

3. Stromleitfähigkeit von Carbonfasern
CFK ist elektrisch leitfähig; freigesetzte Fasern können Kurzschlüsse, Stromüberschläge oder Ausfälle verursachen.
Besonders kritisch bei Einsätzen in Industrieanlagen oder an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen.

4. Unberechenbares Versagen der Bauteile
Faserverbundwerkstoffe verlieren schlagartig ihre Festigkeit, oft ohne sichtbare Vorwarnung.
Erhöhte Einsturz- und Durchbruchgefahr für Feuerwehrkräfte.

5. Kontaminiertes Löschwasser
Löschwasser kann Fasern und Schadstoffe enthalten, Gefahr für Umwelt und Einsatzkräfte bei Kontakt.
Aufwendige Dekontamination nötig.

6. Hoher Schutzaufwand
Atemschutz zwingend erforderlich, Schutzkleidung kann durch Fasern beschädigt werden.
Nach dem Einsatz oft aufwendige Reinigung oder Entsorgung.

Die Publikation ist HIER herunterladbar:
Externer Link bundeswehr.de - Einsatzstellen mit Faserverbundstoffen


Was passieren kann wenn freiwillige Feuerwehren nicht ausreichend geschult sind und eine falsche Einsatztaktik anwenden, zeigt sich bei einem Absturz zweier Eurofighter im Jahre 2019.

Der Absturz zweier Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 ,,Steinhoff" (stationiert in Rostock-Laage) im Juni 2019 im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte hatte erhebliche Auswirkungen auf die beteiligten freiwilligen Feuerwehren.

Lage und Kontamination (Juni 2019):
  • Gefährliche Fasern: Beim Verbrennen der Eurofighter wurden spezielle Materialien (Kohlenstofffasern) freigesetzt, die gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten.
  • Kontaminierte Ausrüstung: Einsatzkräfte und Ausrüstung (Anzüge, Fahrzeuge, Atemschutzgeräte) der freiwilligen Feuerwehren wurden im Unglücksgebiet kontaminiert.
  • Einsatzunfähigkeit: Mehrere Feuerwehren am Fleesensee waren vier Tage nach dem Absturz nicht einsatzbereit, da die Fahrzeuge gereinigt oder gesperrt werden mussten.
  • Schadenersatz: Die Feuerwehren forderten nach den Einsätzen Zehntausende Euro Schadenersatz für die Reinigung und den Ersatz der speziellen Ausrüstung.


Auswirkungen:
  • Langwierige Reinigung: Die Reinigung der Fahrzeuge und Ausrüstung war aufwendig, um die ,,fiesen Fasern" zu entfernen.
  • Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft: Nach etwa einem Monat waren die Feuerwehren wieder einsatzbereit.
  • Verhaltenskodex: Es wurde dringend davor gewarnt, Trümmerteile ohne Schutzanzüge zu berühren.



Quelle: Luftwaffe | Fachleute der Bundeswehr bei der Bergung eines Wrackteils im Wald am Fleesensee.


Quelle: HIT Radio Ostseewelle


Broschüre Quellen:
"Hilfe bei Flugunfällen" | Herausgeber: General Flugsicherheit in der Bundeswehr | Stand: 2026
"Einsatzstellen mit Faserverbundstoffen" | Herausgeber: Brandschutzamt der Bundeswehr | Stand: unbekannt
Gruß Martin ;-)

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