BwF Community Forum

| Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Impressum / Kontakt | Fragen stellen... aber Wo und Wie? Regeln zur Netiquette... |

Autor Thema: Fragen zur ärtztlichen Untersuchung?  (Gelesen 4572 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Raphael

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 3
  • Dankeschön: 3 mal
  • Geschlecht: Männlich
  • Letzter Login :Heute um 05:28
Antwort #15 am: 11. Januar 2018, 18:59 Uhr

Jetzt lese ich teilweise hier was von maximal 170 Puls, obwohl mein Hausarzt, welcher auch Internist ist und selber Belastungs EKGs durchführt, mir gesagt hat, dass es völlig egal ist, wie hoch der Puls geht, solange er unter dem Maximalpuls (220-Alter) bleibt , man die Belastung schafft und das EKG auch sonst unauffällig ist. Wie sind die Ärzte in Düsseldorf nun drauf?

Zu meiner Person: 23 Jahre alt, 181 cm, 87 kg

Ich hoffe ihr könnt mir vielleicht ein wenig helfen und mir die Sorge um die Untersuchung nehmen ... 🙏🏻

Sooo. Mal zur kurzen Erklärung der Herzfrequenzen beim Belastungs-EKG.
Die nicht zu überschreitende Herzfrequenz (Maximale HF) ist tatsächlich 220 - Lebensalter. Über diese Hinaus darf nicht belastet werden.
200 - Lebensalter ist die so genannte Submaximale Herzfrequenz. Oberhalb dieser und unterhalb der Maximalen-Herzfrequenz ist der Bereich der Ausbelastung des Cardio-Pulmonalen-Systems zu erwarten. Meist geht dies mit weiteren Abbruchkriterien (z.B. Blutdruck oder muskuläre Erschöpfung einher). Ein absolutes Abbruchkriterium ist das Erreichen der Maximalen-HF!

Der berühmte PWC170 erlebt in der Belastungs-EKG-Diagnostik gerade einen neuen Hype. War aber, meines Wissens nach, bei G26.3 schon immer Bestandteil.
PWC170 bedeutet, dass bei HF von 170 eine entsprechende Wattzahl pro Kilogramm Körpergewicht getreten wurde. Hier kann ein Minimalwert festgelegt werden (meines Wissens nach 3,0W/kgKG bei G26.3).
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass du 261W bei 170 Puls (87kgKG) getreten haben müsstest.
Nun gibt es auch noch unterschiedliche Modi wie denn getreten werden kann.
Am verbreitetsten sind die Rampe (beginnend bei 100W und es geht stetig Gleichbleiben "bergauf")
oder das Stufenmodell (beginnend bei 100W und dann alle 3 min. Stufenförmige Erhöhung um 50W).
Beim Rampenmodell kann direkt der PWC170 ermittelt werden sobald 170HF erreicht sind.

Beim Stufemodell wird das ganze errechnet. Als Beispiel in deinem Fall.Du fängst bei 100W an und radelst, alle 3 Minuten steigert sich die Leistung um 50W sprungartig. Nach exakt 10min radeln hast du 250Watt erreicht und diese für 1 Minute getreten und erreichst 170 Puls. Das bedeutet, dass du rechnerisch 266,67Watt getreten hast und somit einen rechnerischen PWC170 von 3,07 (266,67:87kg) hast.

Neben der getretenen Leistung wird allerdings auch das Blutdruckverhalten, die Herzaktion und das Erholungsverhalten (min. 6 min nach Belastung) betrachtet. Hier können auch jederzeit Extrasystolen bis hin zu Triplets oder andere Arrhytmien oder Ischämiezeichen auftreten und zum Ausschluss führen.

Ich hoffe ich konnte ein klein wenig Licht ins Dunkle bringen und die Thematik BelastungsEKG ein wenig erläutern.
Mein Tipps aus langjähriger Erfahrung:
1. Nicht so viel Nachdenken einfach treten. Beste Ergebnisse werden bei 60-80 U/min erreicht.
2. Vorher vielleicht mal auf eine Ergometer setzen und sich selbst stufenweise bis allerhöchstens Submaximalen Herzfrequenz (keinesfalls höher!!!!) bringen. Besser bei nem Puls von 150-160 mal ein paar Kilometer radeln. Häufig ist das Problem die muskuläre Erschöpfung in den Beinen und weniger das Cardio-Pulmonale-System (Herz)
3. Beim Stufenmodell den Gerätebediener bitten die letzten 15 Sekunden vor einem Stufenanstieg anzuzählen und die Umdrehungszahl von normal (60-80U/min) um etwa 15-20 U/min erhöhen. Dies erleichtert den Stufenanstieg und kostet am Ende weniger Kraft (muskuläre Erschöpfung)

Viel Erfolg dabei
 
Folgende Mitglieder bedankten sich: Grisu2311, psy-warrior



 

bundeswehr-feuerwehr.de
Bei der Website www.bundeswehr-feuerwehr.de handelt es sich um keine offizielle Website des Bundesministeriums der Verteidigung,
sondern um ein auf privater Basis betriebenes Projekt!